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Rockmusik und Studio 316 im Schuljahr 2014/15 (pdf-Format)

Bilder zum Jahresbericht (zum Vergrößern bitte anklicken!):








Jahresbericht des Landesbeauftragten für das Schuljahr 2011/12 (pdf-Format)

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Jahresbericht des Landesbeauftragten für das Schuljahr 2009/10 (pdf-Format)

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Fernsehbericht in BR-Alpha: "Future kids - Ästhetische Bildung und Erziehung"
(gesendet im November 2010)


Benefiz-CD "Gospel for eyes - and they see the light" mit unserem Pop-Beauftragten Leonhard Hechenbichler, dem Spiritualchor des Gymnasiums Gars und dem GOSPEL-TRAIN.

Informationen über die Benefiz-CD zugunsten einer Augenklinik im Süden von Sri Lanka, die durch die gewaltige Tsunami-Welle am 26.12.2004 zerstört wurde, erhalten Sie auf der Homepage des Gymnasiums Gars.


"Chiemgau rockt"
Ein Festival-Bericht (pdf-Format) im Trostberger Tagblatt vom 2.12.2005


 "Popmusik-Beauftragter im Jugend-Zentrum Traunreut"
Zeitungsbericht (pdf-Format) über Leo Hechenbichler im JuZ Traunreut (November 2005)


"Die Popmusik muss auf den Lehrplan!"
Zeitungsbericht (pdf-Format) über den Landesbeauftragten vom 11.06.2005



"We will rock you"
Zeitungsbericht (pdf-Format) über einen Rock-Workshop des Landesbeauftragten am Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein im November 2004



"Jetzt habt ihr einen Blues gespielt"
Zeitungsbericht (pdf-Format) vom 23.07.2004 über einen Workshop des Landesbeauftragten an einer Tachinger Grundschule


Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe) vom 31.10.2003

Papa Beat
Leonhard Hechenbichler aus Waging ist der erste Pop-Beauftragte eines deutschen Schulministeriums

(von Martin Zips)

Als Schüler ohne Lehrer Musik zu machen, so lautet eine jugendliche Weisheit, sei wie Sex ohne Präservativ. Mit ist es sicherer, ohne schöner. Der Vergleich hinkt gewaltig. Eine musikalische Session ohne Lehrer ist weniger lebensgefährlich als schutzlose Obsession. Und selbst die schönste Umsetzung juveniler Wallungen schließt den rationellen einsatz gängiger Verhütungsmittel nicht aus. Zum Glück! Fassen wir lieber zusammen: Bewegung (Musik, Sport, Leidenschaft) ist generell ein fantastisches Ventil für Jugendliche. Und je weniger Störer, umso größer der Spaß.


Leonhard Hechenbichler ist Instrumentallehrer am Münchner Pestalozzi-Gymnasium. Er möchte Beweger sein. Um Himmels Willen kein Störer. Das Kultusministerium sagt, er sei deutschlandweit der erste Schul-Popularmusikbeauftragte einer Landesbehörde. Popularmusikbeauftragter - ein ziemlich beatloser Titel, nicht? Bei einem Milchkaffee in einer Münchner Kneipe verspricht der vom Hohlmeierministerium auserwählte Hechenbichler ihn zum Klingen zu bringen. "Wissen Sie, warum ich das Cafe hier so schätze?", fragt er gleich zu Beginn. "Die spielen keine Musik hier. Die Musik - das sind die Geräusche, das Klappern des Geschirrs. Das Geschrei der Kleinkinder. Ihr Rütteln am Kleiderständer. Das 'Ist  die noch  mit dem zusammen?' vom  Nachbartisch". Der Musikbegriff Hechenbichlers ist weit gefasst.
 
In Waging wuchs der blonde Mann mit den blauen Augen auf. Er spielt Klavier, Cello, Trompete, Gitarre und vieles mehr. Eigentlich wollte Leonhard Hechenbichler Mediziner werden. Doch dann studierte er Jura, später Musik. Als Bühnenmusiker am Bayerischen Staatstheater und am Volkstheater arbeitete er, tourte mit allerlei Bands umher, komponierte für Spielfilme, Werbespots, das Goethe-Institut und die Expo 2000. Außerdem hatte er kleine Rollen in der "Rumplhanni" und in der "Löwengrube". Heute ist Hechenbichler also Musikpädagoge am Gymnasium, unterrichtet seit über zehn Jahren Gitarre und Klavier. Mit seinen 53 Jahren versprüht er eine geradezu Joopsche Jugendlichkeit. Mit dem Mann kann man über alles reden.

Zwei dicke Aktenordner hat er mit ins Cafe geschleppt. Mit allerlei Lebensläufen, Briefwechseln, den Namen aller sechs Mädchen und drei Jungs der von ihm betreuten Schülerband "loonybin". Klappsmühle, heißt das. Als Popmusikbeauftragter habe er "den Auftrag zum Aufbau eines bayernweiten Netzwerkes Popularmusik, das sich insbesondere um die Förderung junger Nachwuchsmusiker an bayerischen Schulen" kümmere, so steht es in Hechenbichlers Ernennungsschreiben. Um diesem spröden Beamtendeutsch jugendliche Bewegung einzuhauchen, hat ihn das Ministerium drei Schulstunden pro Woche freigestellt. Drei Stunden für 1000 bayerische Schulbands. Viel Glück.
 
Außerdem gab es etwas Geld, das man kurz vor der Stoiberschen Haushaltssperre im guten Sinne abzwackte. Mit der Startsumme soll der Lehrer nun an seinem Gymnasium ein Tonstudio einrichten, wo sich neben Schülern bald auch Lehrer aus ganz Bayern an Master, Midi und Mixdown erpoben dürfen. In Hechenbichlers Netzwerk der Zukunft sollen Schüler und Lehrer mal genauso vertreten sein wie Instrumentenhändler, Musikhochschulen, Universitäten, Radiosender, Festivalorganisatoren und Sponsoren. Damit die Jugend musikalisch in Bewegung bleibt, sagt er, und sich "hemmungslos verwirklichen" kann. Ventilfunktion. Siehe oben.
 
Hechenbichler betont, er sei der "erste Schüler am Traunsteiner Gymnasium mit langen Haaren gewesen". Mit 14 hörte er Radio Free Europe und "my generation" von The Who. Mit rüden Riffs auf der Schlaggitarre stieß er rund um den Waginger See auf tiefes Unverständnis ("So a Negermusik hat´s früher auch net gebraucht"), sein Vater zerstörte ihm die Verstärkeranlage im Probenraum. Das hat er nicht vergessen. "Ich möchte Begleiter sein. Mentor, Moderator, Organisator. Jeder soll sein Ding machen und sich gegenüber den großen Plattenkonzernen eine kritische Distanz bewahren." Im Gegensatz zu Erwin Huber schätzt Hechenbichler übrigens durchaus englische Texte.

Nun träumt er von virtuellen Projekten (junge Musiker an unterschiedlichen Orten spielen gemeinsam auf einer Internetkonferenz) und einem landesweiten Schülerband-Wettbewerb ("Deutsch- und Englischlehrer könnten die Texte bewerten"). Ideen gibt es viele. Probleme machen Zeit und Geld. Außerdem müssen die Schüler in Bayern erst einmal kapieren, dass es neben einem Volksmusikbeauftragten, dem Sonthofener Lehrer Hartmut Brandt, nun auch einen Rap-Hiphop-Pop-Rock-etc.-Beauftragten für sie gibt. Und der sollte, möchte er ernst genommen werden, sich mit R.E.M. ebenso auskennen, wie mit Pink Martini oder Sofaplanet. Deren bekanntestes Lied? "Lieb Ficken". Achja, die Jugend.



Artikel aus der Abendzeitung vom 5.02.2004

Wenn der Studienrat abrockt
"School of Rock“ im Kino – und im bayerischen Lehrplan?
Einer arbeitet daran: Leo Hechenbichler

(von Isabel Winklbauer)

Im Film „School of Rock“ bringt Jack Black Schülern das Rocken bei. Kinofantasie? Nein: Auch der Freistaat Bayern hat einen vom Kultusministerium bestellten Rock’n-Roll-Lehrer: Leonhard Hechenbichler ist seit August 2003 „Popularmusikbeauftragter für die Bayerischen Schulen“. Sein Plan: „Pop muss auf den Stundenplan!“ Die Grundidee des 53-jährigen Musiklehrers aus Waging ist einfach, aber umfassend: „Das Fach Pop- und Rockmusik sollte auf lange Sicht an allen Schulen etabliert werden, und zwar am besten von der Grundschule an.“ Im Kultusministerium habe man letzten Sommer bereits über entsprechende Vorstöße nachgedacht, so der Absolvent des Richard-Strauss-Konservatoriums. „Da war es eine glückliche Fügung, dass ich mit meinen Vorschlägen zum Ministerialrat Weidenhiller kam.“

„School of Rockpop“ – so heißt Hechenbichlers großer Plan: „Der normale Lehrplan ist nicht für Pop und Rock angelegt. Doch ihn zu ändern hat keinen Sinn: Die Lehrer könnten aufgrund ihrer Ausbildung die Inhalte nicht vermitteln. Daher muss Rockpop möglichst überall ein Wahlpflichtangebot werden.“ Hechenbichler plant, alle Schulen durch eine Internetseite zu vernetzen. Auf ihr sollen sich musikalische Schüler über Projekte und Wettbewerbe informieren, oder sich zu Seminaren in einem zentralen Tonstudio anmelden können. Unverzichtbar Helfer sind natürlich die Musiklehrer: „Ohne sie geht nichts. Deshalb wird es Pop-Rock-Fortbildungen für sie geben.“

Um die Ausrüstung der Kids sorgt sich Hechenbichler nicht: „Die meisten haben ja Instrumente und Verstärker. Man muss ihnen nur klar machen, dass sie damit in der Schule willkommen sind und ihnen Übungsräume geben.“ Mit der Zeit würden sich gewiss auch Händler als Sponsoren gewinnen lassen. Am Pestalozzi-Gymnasium, wo der Pädagoge seit drei Jahren ein Rockprojekt leitet, funktioniere das: „Das Kultusministerium finanzierte der Schule ein Tonstudio, das künftig auch andere Schulen nutzen dürfen. Die Händler legten noch einige Teile drauf, dafür, dass die Schüler ihre Logos zeigen. So lernen sie, wirtschaftlich zu handeln. Und Pop ist mit sehr vielen Wirtschaftszweigen vernetzt!“ Am wichtigsten ist Hechenbichler aber, dass talentierte Schüler den Weg ins Profi-Musikgeschäft finden. „Deshalb möchte ich mit der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Musikinitiativen (ABMI) zusammen arbeiten“, sagt er. „Diese Einrichtung ist ein riesiges Netzwerk von Profis, an die sich Talente wenden könnten.“

Dem Rock-Pauker steht noch viel Überzeugungsarbeit bevor. Er setzt deshalb große Hoffnungen auf „School of Rock“: „Dieser Film trifft den Punkt. Jeder Verantwortliche sollte ihn sehen, das würde drei Jahre Aufklärung sparen. Wer die Gefühle, die da gezeigt werden, nicht versteht, muss aus Stein sein!“ Hechenbichler selbst ist das gewiss nicht. Er spielt Klavier, Gitarre und Posaune, braucht für echtes Rockn’-Roll-Feeling keine Drogen. Wenn er abheben will, hört er seine Lieblingsplatte „9012“ von Yes, oder Gino Vanelli. Er mag Spaghetti und weint im Kino – zuletzt bei „School of Rock“, „als die schüchterne Tomika meint, alle lachen sie beim Singen aus, weil sie zu dick ist“. Und sein Lieblingsbeatle? Da spricht dann wieder der Profi: „Beide. Nein, alle. Nein, ich habs: George Martin, der Produzent! Seine Arrangements sind fantastisch!“


Und zum Schluss zwei Bilder vom Rockstudio am Pestalozzi-Gymnasium:





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