Vorlesewettbewerb im Schuljahr 2002/03


Der Musiksaal war rappenvoll, als am 13. Dezember der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen seinen lange erwarteten Abschluss finden sollte. Alle vier Klassen hatten in internen Wettbewerben in den letzten Wochen ihre Sieger ermittelt, und dieses Vorlesen eines selbst gesuchten Textes vor den Klassenkameraden war gewiss der eigentliche Gewinn des Ganzen. Nun sollten die Gesamtsieger herausgefunden werden. Das musste vor allem in diesem Jahr besonders spannend erscheinen, denn die Pisa-Studie hat der deutschen Schuljugend ja bescheinigt, jeder vierte Schüler könne nicht mit Verständnis und reflektierter Bewertung lesen, hatte freilich auch festgestellt, jeder zehnte erreiche ein hohes Anforderungsniveau. Gewiss werden die Leseleistungen auch am Pestalozzi-Gymnasium weit gestreut sein, und mit Recht unterstützt deshalb der Elternbeirat seit vielen Jahren den vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstalteten Vorlesewettbewerb aller Schularten. Verständnisvolles und lustvolles Lesen ist wichtig und kann eine entscheidende Grundlage nicht nur für den Deutsch-Unterricht, sondern für das ganze weitere Leben bilden. Die Klassensieger gehören natürlich zu den oben genannten Lesern mit hoher Lesekompetenz, und sie zu hören musste ein besonderes Vergnügen aller Sechstklässler sein, die sich denn auch gehörig als Fangemeinden gewappnet hatten, um ihre Sieger zu unterstützen. Lesen können ist fast immer eine weibliche Tugend - außer im vergangenen Jahr, als der einzige teilnehmende Junge Schulsieger wurde. Auch diesmal waren die Mädchen in der Überzahl, aber es war wieder ein Junge dabei, und man durfte gespannt sein!

Bild  oben: Die Preisträger vor der Siegerehrung im Direktorat

In der Klasse 6a hatten sich Ella Risin und Annick Regnault durchgesetzt, in der 6b Judith Strudthoff und Alba Impelmann, in der 6c Sara Nowak und Hannah Höhn, in der 6d Patrick Prasch und Stefanie Pohl. Was lesen heutige Kinder? Die aufmerksame Hörergemeinde vernahm "Mathilda" von R. Dahl, "Nachts schlafen die Ratten doch" von W. Borchert, "Die Nibelungen" von Auguste Lechner, "Merlin und der Zauberspiegel" von T.A. Barron, "Der geheime Garten" von F.H. Burnett, "Malka Mai" von Mirjam Pressler, schließlich "Vorstadtkrokodile" von Max von der Grün. Das sieht nach einer gesunden Mischung von fantastischen und realistischen Erzählungen aus. Jeder Teilnehmer musste so lesen, dass er für Textverständnis, Lesetechnik und Textgestaltung von der kompetenten Jury - die Deutschlehrer, der Fachbetreuer und Raphaela Schweiger von der Schülermitverantwortung - möglichst viele Punkte erhielt. Die selbst gewählten Texte waren natürlich besonders gründlich geübt, alle Vorleser lasen bewundernswert, und so fiel die Entscheidung wie meist bei dem allen unbekannten Text, der diesmal ein slowenisches Märchen war. Um es kurz zu machen: Schulsiegerin wurde Ella Risin, zweite Siegerin Stefanie Pohl, die sich klar durchsetzten und verdienten Applaus bekamen.

Alle Teilnehmer der Endausscheidung erhalten stets eine Urkunde, die Klassen- und Schulsieger vom Elternbeirat eine Büchergabe. Das müssen natürlich möglichst Neuerscheinungen sein, denn diese Leseratten kennen womöglich bereits ganze Bibliotheken! Diesmal wurden folgende Bücher ausgesucht: Josef Holub: Der Russländer, Thomas Schmid: Anna-Barbie, Anja Tuckermann: Suche Oma, Jerry Spinelli: Stargirl, Holly-Jane Rahlens: Prinz William, Maximilian Minsky und ich (für die Schulsiegerin). Diese tollen neuen Bücher werden hoffentlich fleißig gelesen und ausgetauscht, und dann muss niemand vor weiteren Pisa-Studien Angst haben!


Dr. Hermann Patsch

 

 

 


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